Applaus für beherzte Flüchtlingshilfe
Die Lange Nacht der Kirchen begann mit einem von Jugendlichen aus der Pfarre gestalteten Gottesdienst.
Im Anschluss daran präsentierte der David-Singkreis aus Innsbruck zum 20-jährigen Bestehen Lieder aus der ganzen Welt.
Am meisten bewegte die Besucherinnen und Besucher aber die Geschichte von Hesamt, der als Elfjähriger von Afghanistan nach Österreich flüchtete und in Tirol eine neue Heimat und sein privates Glück fand. 
Hesmat lebte in Mazar-e Sharif und ist acht Jahre alt, als die Mutter stirbt und wenig später sein Vater umgebracht wird. Völlig auf sich allein gestellt, beschließt der Elfjährige allein zu fliehen. Er flüchtet zu Fuß über die 5000 Meter hohen Pässe im Hindukusch, wird von Menschenhändlern verfolgt, mehrmals festgenommen und landet in Gefängnissen in Turkmenistan, Kasachstan und der Ukraine. Auf der Flucht fand er einen Freund, der den Traum nach Europa zu kommen mit dem Leben bezahlte. Er geriet in die Hände brutaler Menschenschmuggler, wurde geschlagen und von Grenzpolizisten festgenommen, überlebte aber wie durch ein Wunder. Nach elf Monaten landete Hesmat halb verhungert, gequält und mit letzter Kraft in Österreich. Als er in Österreich auf seine Abschiebung wartete, begegnete ihm der Journalist Wolfgang Böhmer vom ORF-Tirol. Seine Reportage im Radio verhinderte, dass Hesmat abgeschoben wurde. „Der damalige Innenminister Ernst Strasser hat den Bericht gehört und ist persönlich nach Tirol gekommen, um Hesmat die humanitäre Aufenthaltsbewilligung auszuhändigen. Eine Sternstunde der Menschlichkeit, aber auch für mich in meiner Arbeit als Journalist“, erzählte Böhmer.
Hesmat blieb in Tirol, lernte Deutsch, machte eine Lehre und gründete eine Familie: „Vor wenigen Tagen habe ich die Meisterprüfung als Elektrotechniker gemacht, ich lebe mit meiner Frau und mit den beiden kleinen Kindern in Innsbruck. Es geht uns gut, danke“, ergänzte Hesmat, den mit Wolfgang Böhmer längst eine tiefe Freundschaft verbindet. „Er ist mein großer Bruder.“ Ein schönes Beispiel dafür, dass Integration gelingen kann.
Danach berichtete Theresa Kratzer in Vertretung von Leiterin Karin Nindl von der Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen. In der Berufsschule für Tourismus sind aktuell 33 Jugendliche untergebracht. Ein Team von haupt- und ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuern hilft ihnen, sich in ihrer neuen Umgebung zurechtzufinden. „Das braucht seine Zeit, das Miteinander klappt aber schon recht gut“, so Kratzer. Auch sie bekam für ihre Ausführungen von den Kirchenbesuchern viel Applaus. Die Spenden in Höhe von 700 Euro kamen Absamer Flüchtlinge, die sich mit dem Geld einen Schwimmkurs finanzieren können: ein weiterer Schritt Richtung Normalität.
Das geplante Fußballspiel mit dem FC Sans Papiers musste leider wegen einer Terminkollision abgesagt werden.
Der Abend endete mit dem Abendlob, einer Agape und diversen Gesprächen.
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